Beiträge vom April, 2010

Euros nach Athen tragen

Freitag, 30. April 2010 8:55

Hoffen wir, dass es neben dem Sprichwort Eulen nach Athen tragen nicht auch bald das geläufige Sinnbild Euros nach Athen tragen gibt. Es könnte für einen bankrotten Schuldner stehen, dem gutes Geld nachgeworfen wird, obwohl jeder weiß, dass das Geld eigentlich verloren ist. Wahrscheinlich wird es im Fall Griechenland noch viel mehr Geld werden, als jetzt mit 30 Milliarden Euro alleine für Deutschland angesetzt ist. Die einzigen, die sich auf Ihrer Yacht ins Fäustchen lachen, sind die griechischen Steuerhinterzieher. Alle anderen leiden. Als erstes müssen die Rentner, Staatsbediensteten, Arbeiter und Angestellten in Griechenland drastische Einkommenseinbußen hinnehmen. Es wird schon von einem möglichen Bürgerkrieg gesprochen. Aber auch in die anderen Länder der Eurozone könnte die griechische Krise ausstrahlen, wenn die Spekulanten erstmal richtig loslegen. Denn auch Portugal wackelt schon.
In der derzeitigen Situation kündigt die SPD an, ihre Unterstützung bei einem Gesetz zur Rettung Griechenlands zu verweigern, wenn die Banken nicht ausreichend an dem Rettungspaket beteiligt werden. Der Gedanke ist nicht ganz abwegig. Vor allem jedoch populär und angesichts der kommenden NRW-Wahlen großes Wahlgepollter. Gerade die nach der Finanzkrise verstaatlichten Banken haben in der deutschen Bankenlandschaft die größten Kredite an Griechenland gewährt, die HRE mit 9 Milliarden und die Commerzbank mit 3 Milliarden. Der Steuerzahler ist am Schluss immer der Dumme.
Nur konsequente Maßnahmen können jetzt helfen: Alle bisherigen Kredite Griechenlands werden durch die Euroländer zu 100% garantiert. Damit würden die Zinsen für Griechenland automatisch fallen, und langfristig könnte sich Griechenland wieder mit Hilfe des IWF auf eigene Beine stellen. Im gleichen Moment führt Griechenland wieder die Drachme ein, so könnte verhindert werden, dass der Euro und andere Länder der Eurozone in den Strudel gezogen werden. Sicher würde dieses Vorgehen die Rückzahlung der Kredite erschweren und vielleicht bleiben die Euroländer aufgrund der Garantien darauf sitzen. Aber lieber einmal tief in die Tasche greifen als Jahrzehnte Euros nach Athen tragen.

Thema: Euro, Griechenland in der Schuldenkrise | Kommentare (0) | Autor:

Ab heute: Kostenlose Auskunft und mehr Rechte bei der Schufa

Donnerstag, 1. April 2010 9:34

Ab dem 1. April gelten neue Regelungen für Auskunfteien wie die Schufa oder Creditreform. Diese Auskunfteien speichern Daten, die relevant für die Bonität eines Bürgers sind. Diese Daten können z.B. von Versandhändlern oder Kreditinstituten nach Zustimmung des Kunden abgefragt werden. Daraufhin entscheidet das Unternehmen, ob er dem Kunden Ware auf Rechnung schicken oder einen Kredit gewähren kann. Auch die höhe der Zinskonditionen sind häufig abhängig von solchen Bewertungen. Die Auskunfteien müssen nun jedem der anfragt einmal im Jahr seine eigenen Daten kostenlos offen legen. Alle gespeicherten Daten müssen dem Verbraucher vorgezeigt werden. Dabei ist wichtig, dass unrichtige Angaben von den Auskunfteien geändert werden müssen.

Strengere Richtlinien bestehen ab heute auch für Banken, Versicherungen und Versandhandel. Dem Kunden muss zukünftig die Begründung für eine Ablehnung einer Versicherung oder eines Kredits mitgeteilt werden. Dies gilt für alle Unternehmen, die ein sogenanntes Scoring verwenden. Ein Scoring ist die Bewertung einer Person nach bonitätsrelevanten Gesichtspunkten wie es die Schufa betreibt. Die Ablehnung auch im Versandhandel muss nachvollziehbar begründet sein.

Wussten Sie schon, dass es auch Kreditvermittler gibt, die Ihnen einen Kredit ohne Schufa geben.

Thema: Online Kredite | Kommentare (1) | Autor: