Beiträge vom Mai, 2010

Der Euro wird erwachsen

Mittwoch, 19. Mai 2010 10:52

Manche schimpfen das geplante Rettungspaket über 750 Milliarden Euro als heimliche  Währungsreform und fürchten die stille Abwertung des Euros (presse.com).

Tatsächlich ist es eine Währungsreform. Diese Währungsreform führt dazu, dass der gesamte Euroraum immer mehr als ganzes gesehen wird. Der Vorteil eines großen Wirtschaftsraums kann so ausgespielt werden. Auch die USA haben den erheblichen Vorteil des großen Wirtschaftsraums und können sich so trotz einer immensen Schuldenlast relativ günstig finanzieren. Der US-Dollar hat vor allem durch den großen Wirtschaftsraum USA eine robuste Stabilität. Genau hier war das bisherige Manko des Euroraums. Die einzelnen Staaten der Eurozone waren hauptsächlich durch eine gemeinsame Währung verbunden. Eine weitere wesentliche Verbindung war bisher nicht zu erkennen. Die Kredite an diese einzelnen Staaten wurden mit einem gesonderten Risiko betrachtet.

Der Vergleich der Euro-Staaten mit den  Bundesstaaten der USA kann hier nur bedingt herangezogen werden. Die einzelnen Bundesstaaten der USA können in die Insolvenz gehen, was theoretisch für die Euro-Staaten auch gilt. Richtig ausprobieren möchte dies selbstverständlich keiner (siehe Griechenland 2010). Doch die Kreditaufnahme erfolgt im Euroraum ausschließlich über die einzelnen Länder nicht über den gesamten Verbund wie in der USA. Das 750 Mrd. Euro Rettungspaket gibt dem Euro die entscheidende, sichtbare Verbindung und stärkt die Stabilität und Sicherheit der Währung. Der Euro ist zwar noch in der Pubertät aber er wird langsam erwachsen.

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Deutsche Griechenland-Hilfe in trockenen Tüchern

Samstag, 8. Mai 2010 15:11

Am gestrigen Freitag wurde das Gesetz zur Griechenland-Hilfe im Eilschritt durch den Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Noch am abend hat der Bundespräsident Horst Köhler das Gesetz unterzeichnet. Somit konnte nur noch ein Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht die Deutschland-Hilfe stoppen. Diesen Eilantrag haben fünf Wissenschaftler eingereicht, die schon vor der Euroeinführung gegen die Gemeinschaftswährung geklagt haben. Doch das Bundesverfassungsgericht wies den Eilantrag ab, und hat somit den Weg für die 22 Milliarden Hilfe aus Deutschland für die Griechen frei gemacht.

Wieviel Euros dann tatsächlich nach Griechenland fließen werden bleibt ungewieß. Im besten Fall kann es sogar ein Geschäft für Deutschland sein, da höhere Zinsen von Griechenland eingenommen werden als für Kredite vom deutschen Staat gezahlt werden. Wenn Griechenland seine Kredite brav tilgt, könnte dies ein Gewinn für Deutschland bedeuten.

Im schlimmsten Fall kann das Hilfspaket zu einem Fass ohne Boden werden. Jeder Staat der Eurozone ist nämlich mehr oder weniger an der Hilfe beteiligt. Wenn ein Staat nun einen höheren Zins für seine Kredite bezahlen muss als er an Griechenland weitergibt, muss er keine Kredite mehr an Griechenland weiterreichen. Die anderen Staaten müssen dann für den fehlenden Betrag einspringen. Deutschland wäre dann wahrscheinlich einer der letzten in der Reihe, die löhnen müssten.

Thema: Griechenland in der Schuldenkrise | Kommentare (0) | Autor: