Deutsche Griechenland-Hilfe in trockenen Tüchern

Am gestrigen Freitag wurde das Gesetz zur Griechenland-Hilfe im Eilschritt durch den Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Noch am abend hat der Bundespräsident Horst Köhler das Gesetz unterzeichnet. Somit konnte nur noch ein Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht die Deutschland-Hilfe stoppen. Diesen Eilantrag haben fünf Wissenschaftler eingereicht, die schon vor der Euroeinführung gegen die Gemeinschaftswährung geklagt haben. Doch das Bundesverfassungsgericht wies den Eilantrag ab, und hat somit den Weg für die 22 Milliarden Hilfe aus Deutschland für die Griechen frei gemacht.

Wieviel Euros dann tatsächlich nach Griechenland fließen werden bleibt ungewieß. Im besten Fall kann es sogar ein Geschäft für Deutschland sein, da höhere Zinsen von Griechenland eingenommen werden als für Kredite vom deutschen Staat gezahlt werden. Wenn Griechenland seine Kredite brav tilgt, könnte dies ein Gewinn für Deutschland bedeuten.

Im schlimmsten Fall kann das Hilfspaket zu einem Fass ohne Boden werden. Jeder Staat der Eurozone ist nämlich mehr oder weniger an der Hilfe beteiligt. Wenn ein Staat nun einen höheren Zins für seine Kredite bezahlen muss als er an Griechenland weitergibt, muss er keine Kredite mehr an Griechenland weiterreichen. Die anderen Staaten müssen dann für den fehlenden Betrag einspringen. Deutschland wäre dann wahrscheinlich einer der letzten in der Reihe, die löhnen müssten.

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Datum: Samstag, 8. Mai 2010 15:11
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