Zinsanstieg beim Baugeld

Kreditumwandlung: Zinsanstieg beim Baugeld

Der Ballo-Index für zehnjährige Baudarlehen knackt wieder einmal die Vier-Prozent-Hürde und die Ausgaben für Hypotheken steigen bei guten Daten zur Konjunktur und der einhergehenden Angst vor einer Inflation. Betroffen sind davon vor allem Kredite mit variablem Zinssatz, deren Kosten bald nachziehen werden. Eine Umwandlung bestehender Kreditvereinbarungen kann jetzt sinnvoll sein.

Will man die Kosten durch eine günstige Baufinanzierung möglichst gering halten, so gilt es, die möglichen Optionen und verschiedenen Kreditformen der Kreditgeber zu vergleichen. Insbesondere Bauherren, die zwischen 2009 und 2010 einen Kredit mit variablen Zinssatz aufgenommen hatten, sollten jetzt den Wechsel hin zu einem Festkredit prüfen, um solchen Zinssteigerungen zuvor zu kommen.

So hat eine Umschuldung vom variablen Zinssatz hin zu einem Darlehen mit festen Zinsvereinbarungen den Vorteil, dass sich die Belastungen fürs Bauen zukünftig nicht weiter verteuern können. Zwar zahlt man für so eine Umschuldung in der Regel eine einmalige Gebühr, doch rechnet sich dieser Einsatz auf längere Sicht, wenn man die Ausgaben im geregelten Rahmen halten möchten. Nicht immer ist eine komplette Umschuldung möglich, wenn die Kreditgeber auf die vertraglichen Vereinbarungen pochen und den Vertrag beibehalten möchten. Zumindest lässt sich in solchen Fällen jedoch noch ein Teil der bisher vereinbarten Kreditsumme umwandeln, um die Teuerungsrate zu begrenzen. Insbesondere dann, wenn die Konjunktur auch außerhalb des Landes anzieht und damit auch der Euribor als Leitzins für variable Kredite steigt, können die Kosten sprunghaft ansteigen.

Überdurchschnittliche Tilgung bei variablen Darlehen

Kredite mit variablem Zinssatz werden entweder alle drei oder vier Monate angepasst und der Euribor gilt als Referenzzins für die neuen Berechnungen. Kann man als Kreditnehmer zu diesem Zeitpunkt vollständig tilgen und den Kredit damit auflösen, profitiert man sogar noch von diesen Entwicklungen, doch das ist gerade bei langfristigeren Bauvorhaben wenig wahrscheinlich. Sind Mittel aus eigenem Kapital nicht in einer derart überdurchschnittlichen Höhe verfügbar, kann man von dieser finanziellen Flexibilität bei der Tilgung kaum Nutzen ziehen.

Bei der Umschuldung von einem variablen Baukredit in ein fest verzinstes Darlehen steigen außerdem die Zinsverbindlichkeiten, jedoch sind diese vertraglich festgeschrieben und bleiben somit im Rahmen dieser Frist erhalten. Sprunghafte Anstiege bei den Kosten für so einen Kredit sind nicht zu erwarten und die finanzielle Sicherheit verbessert sich durch diese Art der Zinsstabilität für so einen Kredit oder ein Darlehen.

Kombi-Kredite mit festen und variablen Zinsen

Es gibt bei der Baufinanzierung jedoch kein entweder oder und so bleiben auch variable Kreditdarlehen weiterhin sinnvoll, wenn man als Kreditnehmer die günstigen Möglichkeiten zur Tilgung für sich in Anspruch nehmen kann und will. Neben der Umschuldung in einen Festzinskredit besteht auch noch die Möglichkeit zur Nutzung sogenannter Kombi-Darlehen. Bei so einem Konbi-Darlehen wird ein Teil der Kreditsumme als Festzinskredit behandelt und der andere, meist gleichwertige Teil der Kreditsumme wird nach einem variablen Darlehen abgerechnet.

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Datum: Freitag, 1. April 2011 18:12
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