Ölschwemme gegen Inflation

In einer gemeinsame Aktion der Industriestaaten werden insgesamt 60 Millionen Barrel Öl (ein Barrel sind 159 Liter) aus den Notreserven der Staaten auf den freien Markt geschwemmt. Als Grund werden die Förderausfälle in Lybien genannt. Doch es liegt doch auf der Hand das dadurch von den Regierungen verkrampft versucht wird, die Inflation in Griff zu bekommen. Im Mai 2011 stieg die Inflationsrate in den USA mit 3,6% auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren und Saudi Arabien hat unlängst seine Fördermengen aufgrund der Lybienkrise ausgeweitet.

Schon sinkt der Ölpreis merklich und wird sicherlich im nächsten Monat, wenn das Öl nach und nach auf den Markt verkauft wird, weiter sinken. Die Rechnung der Regierungen könnte somit zumindest kurzfristig aufgehen, denn die Inflation ist auch sehr vom Verhalten und Erwartungen der Marktteilnehmer abhängig. Lohnsteigerungen und auch Preissteigerungen von Herstellern könnten geringer ausfallen.

Aber auch das Wachstum könnte in den USA durch einen günstigen Ölpreis angeregt werden.  Am Mittwochabend hatte die US-Notenbank die Konjunkturerwartungen für die USA leicht gesenkt. Es wird also nach dem letzten Strohhalm gegriffen, da Zinssenkungen nicht möglich sind und Aufkäufe von US-Staatsanleihen durch die US-Notenbank eigentlich im Juli gestoppt werden. Der deutschen Wirtschaft könnte ein niedrigerer Ölpreis ein noch stärkeres Wachstum bescheren.

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Datum: Donnerstag, 23. Juni 2011 22:45
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