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US-Notenbanker: “Handel mit dem Teufel”

Donnerstag, 4. November 2010 14:24

Wieder schmeißt die US-Notenbank (FED) die Geldpresse an und flutet die Märkte mit nagelneuen 600 Milliarden Dollarscheinen. Die FED hat in erster Linie die Aufgabe die Wirtschaft zu unterstützen. Da die Konjunktur in den USA nicht so recht anspringen will und eine Deflation befürchtet wird, muss sie etwas machen. Der Zinssatz für Zentralbankgeld steht nahe der 0%, so dass hier keine Erniedrigung des Zinssatzes als Maßnahme mehr möglich ist. Als zweite Strategie hat die FED bereits in der Finanzkrise den Aufkauf von US-Staatsanleihen und anderen Unternehmensanleihen praktiziert. Dies will sie zur Ankurbelung der Wirtschaft wieder machen. Diese Strategie wird unweigerlich zur Inflation führen. Das Geld, das die FED auf den Markt schmeißt, muss irgendwo hin, und es wird vor allem in Rohstoffen und Aktienmärkten investiert. Zum einen steigen so die Preise für Rohstoffe, was die Inflation anheizt, und zum anderen gibt es die Grundlage für die nächste Aktienblase. Der Crash ist vorprogrammiert. China als größter Gläubiger der USA und größter Rohstoffimporteur zeigt sich verärgert. Die Währungsreserven in US-Dollar werden immer weniger Wert sein und durch die erhöhten Rohstoffpreise wird die Inflation quasi nach China und weltweit importiert.

Der einzige US-Notenbanker, der gegen die Aufkäufe gestimmt hat, Thomas Hoenig (Präsident der Fed-Filiale in Kansas City) spricht von einem Handel mit dem Teufel. Er schätzt die Gefahr richtig ein.

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Geld sparen mit dem richtigen Girokonto

Sonntag, 24. Oktober 2010 15:37

Nach der harschen Kritik der Verbraucherschützer an den Banken und deren überzogenen Dispozinsen haben viele Geldinstitute nun ihre Sätze für Überziehungszinsen gesenkt. So kam es dazu, dass beispielsweise die Santander Consumer Bank ihren extrem hohen Zins von 16,98 Prozent auf 12,98 Prozent angepasst hat. Im Durchschnitt jedoch nehmen die Filialbanken 11,2 Prozent bis 14 Prozent, je nach Anbieter. So kann sich ein Wechsel des Girokontos zu einer neuen Hausbank lohnen. Vor allem für jene Damen und Herren deren Kontostand sich mehr im Soll denn im Haben befindet. Bedenkt man dazu noch die Wechselprämie die diverse Direktbanken mittlerweile bieten, bis zu 75,- Euro, so kann der Kunde je nach Zinssatz und Dispo bis zu 200 Euro Kontoführungsgebühr pro Jahr sparen.
Nach der Wirtschaftskrise haben viele Kunden das Vertrauen in die Banken und deren Geschäfte verloren.
[...]

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Wende bei Kreditvergabe

Mittwoch, 13. Oktober 2010 9:39

Im vierten Quartal rechnet die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit einer Kreditzunahme von 10%. Die Unternehmen investieren wieder und beantragen erfolgreich hierfür Kredite. Der Wendepunkt bei der Kreditvergabe sei erreicht.
Die KfW hat hierzu eine Umfrage bei Finanzexperten gemacht. Keiner von den Befragten sagte, dass der Zugang zu Krediten oder Kreditversicherungen schwierig sei. 17% der Befragten empfanden es sogar leichter an Kredite zu kommen. Die so lautstark befürchtete Kreditklemme ist in Deutschland nicht aufgetreten. Durch die offensive Niedrigzinspolitik der EZB bleiben die Zinsen auch auf einem niedrigen Niveau.
Mehrere Gründe führten zu dieser positiven Situation in Deutschland: Durch das Anspringen der Konjunktur durch die große Exportnachfrage und der daraus resultierenden niedrigen Arbeitslosenzahl trägt sich die Konjunktur langsam selber. Die Unternehmen erkennen dies am eigenen Absatz und investieren selber.
Auch der Rettungsfonds der EU-Länder für überschuldete Euro-Staaten hat die Staatsanleihen und den Euro stabilisiert. Doch die gefährdeten Länder in den PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) sind noch nicht über den Berg und die Risikoposition der deutschen Banken in diesen Ländern mit 476 Milliarden Euro ist erschreckend.

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Goldpreis – Geht die Goldrallye weiter?

Montag, 27. September 2010 12:36

Heute hat der Goldpreis die psychologisch wichtige Grenze von 1.300 US-Dollar pro Feinunze überschritten. Auch Silber ist auf einen 30-Jahres-Hoch gelandet. Viele Experten sehen den Preis von Gold und Silber weiter steigen. Andere warnen und sehen schon Anzeichen einer Überhitzung des Marktes.

Für das Ansteigen des Goldpreises sprechen die Inflationsängste in der USA. Gold wird von Investoren als Absicherung für einen US-Dollar Verfall genutzt, da sich der Dollar-Wechselkurs und der (in Dollar notierende) Goldpreis in aller Regel gegenläufig entwickeln. Gerade die Ankündigung der US-Regierung die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln und damit noch mehr US-Dollar auf den Markt zu werfen, nähren die Angst vor einer Inflation in den USA sowie Abwertung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen. Der Dollar war erst am Freitag mit einem Wechselkurs von 1,3477 Dollar zu einem Euro auf einem neuen Fünf-Monats-Hoch gelandet.

Andere Marktbeobachter sehen ein Heißlaufen des Marktes für Gold und Silber. Gerade der letzte Preisanstieg sei hauptsächlich von Spekulationen getrieben worden. 

Finden Sie weitere Informationen wie sie am besten Gold kaufen.

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Konjunktur: „Deutsche Wirtschaft in Partylaune“

Freitag, 23. Juli 2010 11:55

Seit 20 Jahren gab es nicht mehr so einen Zugewinn beim Ifo-Geschäftsklimaindex. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist wohl einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Konjunktur- und Stimmungsbarometer in Deutschland. In dieser Umfrage werden ca. 7.000 Unternehmen zu ihrer Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage und zu ihrer Erwartung in den nächsten sechs Monaten befragt. Bei der aktuellen Befragung des Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli wurde eine Steigerung von 101,8 Punkten auf 106,2 Punkte ermittelt. Der Präsident des Ifo-Institut Hans-Werner Sinn wird dazu mit der Aussage zitiert: „Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune”.

Die Konjunktur in Deutschland hat sich merklich erholt und zieht an. Nach der Finanzkrise kommt die deutsche Wirtschaft in einen starken Aufschwung. Mal sehen wie lange er anhält.

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Deutscher Exportmotor wieder angesprungen

Sonntag, 20. Juni 2010 18:59

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist der Spitzenverband der deutschen Industrie und vertritt so alle deutschen Industrieunternehmen. Regelmäßig veröffentlicht der BDI die Exportprognose. Wenn die neueste Prognose tatsächlich eintrifft, könnte der Export die deutsche Wirtschaft aus der Krise ziehen. In dieser Exportprognose wird für 2010 ein Exportwachstum von 8% für wahrscheinlich gehalten. Bisher ist der BDI von nur 4% Exportwachstum ausgegangen.

Laut Presseberichten (z.B. hier) reagieren die deutschen Autohersteller mit der Einstellung von zusätzlichen Zeitarbeitern, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Sogar die Sommerferien sollen in einigen Produktionsstätten ausfallen und Ferienarbeiter eingestellt werden. Bei Daimler soll das Produktionsniveau wie vor der Finanzkrise fast erreicht sein. Insbesondere seien die Luxuslimousinen wie S-Klasse von Daimler, der 7er von BMW und der A8 von Audi in China stark begehrt. Wollen wir hoffen, dass sich nicht so die Konjunkturblase in China ankündigt.

Thema: Finanzkrise, Konjunktur | Kommentare (0) | Autor:

Britische Ökonomen: “Euro in fünf Jahren tot”

Sonntag, 6. Juni 2010 17:32

In einer Umfrage des britischen Nachrichtenmagazins Telegraph werfen britische Ökonomen ein kritisches Bild auf den Euro. 12 der 25 befragten Experten geben den Euro in der heutigen Form keine Überlebenschance über die jetzige britische Legislaturperiode von fünf Jahren hinaus. Acht der befragten Ökonomen gaben dem Euro eine sichere Zukunft in der jetzigen Form. Fünf konnten sich nicht entscheiden. Insbesondere werden den momentanen Krisenstaaten wie Griechenland ein Verbleib in der Eurozone abgesprochen. Der Austritt Deutschlands wird jedoch von vier Experten als wahrscheinlicher angesehen.
Nach dem der Wechselkurs Euro zu US-Dollar am letzten Freitag das erste Mal seit vier Jahren unter die 1,20 Marke ist das eine weitere negative Nachricht für die Stabilität des Euros. Damit hat der Euro seit Jahresbeginn ca.16% an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Doch diese Marke von 1,20 wird von vielen Ökonomen als der realistische Wert für den Euro angesehen. Wenn der Umrechnungskurs sich bei dieser Marke einpendeln würde, wäre es sicherlich auch gut für die Exportwirtschaft nicht nur Deutschlands sondern auch der PIIGS-Staaten. Damit könnte die Konjunktur in diesen Ländern schneller und stärker anspringen als gedacht.

Thema: Euro, Griechenland in der Schuldenkrise | Kommentare (2) | Autor:

Der Euro wird erwachsen

Mittwoch, 19. Mai 2010 10:52

Manche schimpfen das geplante Rettungspaket über 750 Milliarden Euro als heimliche  Währungsreform und fürchten die stille Abwertung des Euros (presse.com).

Tatsächlich ist es eine Währungsreform. Diese Währungsreform führt dazu, dass der gesamte Euroraum immer mehr als ganzes gesehen wird. Der Vorteil eines großen Wirtschaftsraums kann so ausgespielt werden. Auch die USA haben den erheblichen Vorteil des großen Wirtschaftsraums und können sich so trotz einer immensen Schuldenlast relativ günstig finanzieren. Der US-Dollar hat vor allem durch den großen Wirtschaftsraum USA eine robuste Stabilität. Genau hier war das bisherige Manko des Euroraums. Die einzelnen Staaten der Eurozone waren hauptsächlich durch eine gemeinsame Währung verbunden. Eine weitere wesentliche Verbindung war bisher nicht zu erkennen. Die Kredite an diese einzelnen Staaten wurden mit einem gesonderten Risiko betrachtet.

Der Vergleich der Euro-Staaten mit den  Bundesstaaten der USA kann hier nur bedingt herangezogen werden. Die einzelnen Bundesstaaten der USA können in die Insolvenz gehen, was theoretisch für die Euro-Staaten auch gilt. Richtig ausprobieren möchte dies selbstverständlich keiner (siehe Griechenland 2010). Doch die Kreditaufnahme erfolgt im Euroraum ausschließlich über die einzelnen Länder nicht über den gesamten Verbund wie in der USA. Das 750 Mrd. Euro Rettungspaket gibt dem Euro die entscheidende, sichtbare Verbindung und stärkt die Stabilität und Sicherheit der Währung. Der Euro ist zwar noch in der Pubertät aber er wird langsam erwachsen.

Thema: Euro | Kommentare (1) | Autor:

Deutsche Griechenland-Hilfe in trockenen Tüchern

Samstag, 8. Mai 2010 15:11

Am gestrigen Freitag wurde das Gesetz zur Griechenland-Hilfe im Eilschritt durch den Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Noch am abend hat der Bundespräsident Horst Köhler das Gesetz unterzeichnet. Somit konnte nur noch ein Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht die Deutschland-Hilfe stoppen. Diesen Eilantrag haben fünf Wissenschaftler eingereicht, die schon vor der Euroeinführung gegen die Gemeinschaftswährung geklagt haben. Doch das Bundesverfassungsgericht wies den Eilantrag ab, und hat somit den Weg für die 22 Milliarden Hilfe aus Deutschland für die Griechen frei gemacht.

Wieviel Euros dann tatsächlich nach Griechenland fließen werden bleibt ungewieß. Im besten Fall kann es sogar ein Geschäft für Deutschland sein, da höhere Zinsen von Griechenland eingenommen werden als für Kredite vom deutschen Staat gezahlt werden. Wenn Griechenland seine Kredite brav tilgt, könnte dies ein Gewinn für Deutschland bedeuten.

Im schlimmsten Fall kann das Hilfspaket zu einem Fass ohne Boden werden. Jeder Staat der Eurozone ist nämlich mehr oder weniger an der Hilfe beteiligt. Wenn ein Staat nun einen höheren Zins für seine Kredite bezahlen muss als er an Griechenland weitergibt, muss er keine Kredite mehr an Griechenland weiterreichen. Die anderen Staaten müssen dann für den fehlenden Betrag einspringen. Deutschland wäre dann wahrscheinlich einer der letzten in der Reihe, die löhnen müssten.

Thema: Griechenland in der Schuldenkrise | Kommentare (0) | Autor:

Euros nach Athen tragen

Freitag, 30. April 2010 8:55

Hoffen wir, dass es neben dem Sprichwort Eulen nach Athen tragen nicht auch bald das geläufige Sinnbild Euros nach Athen tragen gibt. Es könnte für einen bankrotten Schuldner stehen, dem gutes Geld nachgeworfen wird, obwohl jeder weiß, dass das Geld eigentlich verloren ist. Wahrscheinlich wird es im Fall Griechenland noch viel mehr Geld werden, als jetzt mit 30 Milliarden Euro alleine für Deutschland angesetzt ist. Die einzigen, die sich auf Ihrer Yacht ins Fäustchen lachen, sind die griechischen Steuerhinterzieher. Alle anderen leiden. Als erstes müssen die Rentner, Staatsbediensteten, Arbeiter und Angestellten in Griechenland drastische Einkommenseinbußen hinnehmen. Es wird schon von einem möglichen Bürgerkrieg gesprochen. Aber auch in die anderen Länder der Eurozone könnte die griechische Krise ausstrahlen, wenn die Spekulanten erstmal richtig loslegen. Denn auch Portugal wackelt schon.
In der derzeitigen Situation kündigt die SPD an, ihre Unterstützung bei einem Gesetz zur Rettung Griechenlands zu verweigern, wenn die Banken nicht ausreichend an dem Rettungspaket beteiligt werden. Der Gedanke ist nicht ganz abwegig. Vor allem jedoch populär und angesichts der kommenden NRW-Wahlen großes Wahlgepollter. Gerade die nach der Finanzkrise verstaatlichten Banken haben in der deutschen Bankenlandschaft die größten Kredite an Griechenland gewährt, die HRE mit 9 Milliarden und die Commerzbank mit 3 Milliarden. Der Steuerzahler ist am Schluss immer der Dumme.
Nur konsequente Maßnahmen können jetzt helfen: Alle bisherigen Kredite Griechenlands werden durch die Euroländer zu 100% garantiert. Damit würden die Zinsen für Griechenland automatisch fallen, und langfristig könnte sich Griechenland wieder mit Hilfe des IWF auf eigene Beine stellen. Im gleichen Moment führt Griechenland wieder die Drachme ein, so könnte verhindert werden, dass der Euro und andere Länder der Eurozone in den Strudel gezogen werden. Sicher würde dieses Vorgehen die Rückzahlung der Kredite erschweren und vielleicht bleiben die Euroländer aufgrund der Garantien darauf sitzen. Aber lieber einmal tief in die Tasche greifen als Jahrzehnte Euros nach Athen tragen.

Thema: Euro, Griechenland in der Schuldenkrise | Kommentare (0) | Autor: