Britische Ökonomen: “Euro in fünf Jahren tot”
Sonntag, 6. Juni 2010 17:32
Thema: Euro, Griechenland 2010 | Kommentare (1) | Autor: Keynes
Sonntag, 6. Juni 2010 17:32
Thema: Euro, Griechenland 2010 | Kommentare (1) | Autor: Keynes
Mittwoch, 19. Mai 2010 10:52
Manche schimpfen das geplante Rettungspaket über 750 Milliarden Euro als heimliche Währungsreform und fürchten die stille Abwertung des Euros (presse.com).
Tatsächlich ist es eine Währungsreform. Diese Währungsreform führt dazu, dass der gesamte Euroraum immer mehr als ganzes gesehen wird. Der Vorteil eines großen Wirtschaftsraums kann so ausgespielt werden. Auch die USA haben den erheblichen Vorteil des großen Wirtschaftsraums und können sich so trotz einer immensen Schuldenlast relativ günstig finanzieren. Der US-Dollar hat vor allem durch den großen Wirtschaftsraum USA eine robuste Stabilität. Genau hier war das bisherige Manko des Euroraums. Die einzelnen Staaten der Eurozone waren hauptsächlich durch eine gemeinsame Währung verbunden. Eine weitere wesentliche Verbindung war bisher nicht zu erkennen. Die Kredite an diese einzelnen Staaten wurden mit einem gesonderten Risiko betrachtet.
Der Vergleich der Euro-Staaten mit den Bundesstaaten der USA kann hier nur bedingt herangezogen werden. Die einzelnen Bundesstaaten der USA können in die Insolvenz gehen, was theoretisch für die Euro-Staaten auch gilt. Richtig ausprobieren möchte dies selbstverständlich keiner (siehe Griechenland 2010). Doch die Kreditaufnahme erfolgt im Euroraum ausschließlich über die einzelnen Länder nicht über den gesamten Verbund wie in der USA. Das 750 Mrd. Euro Rettungspaket gibt dem Euro die entscheidende, sichtbare Verbindung und stärkt die Stabilität und Sicherheit der Währung. Der Euro ist zwar noch in der Pubertät aber er wird langsam erwachsen.
Thema: Euro | Kommentare (0) | Autor: Keynes
Freitag, 30. April 2010 8:55
Hoffen wir, dass es neben dem Sprichwort Eulen nach Athen tragen nicht auch bald das geläufige Sinnbild Euros nach Athen tragen gibt. Es könnte für einen bankrotten Schuldner stehen, dem gutes Geld nachgeworfen wird, obwohl jeder weiß, dass das Geld eigentlich verloren ist. Wahrscheinlich wird es im Fall Griechenland noch viel mehr Geld werden, als jetzt mit 30 Milliarden Euro alleine für Deutschland angesetzt ist. Die einzigen, die sich auf Ihrer Yacht ins Fäustchen lachen, sind die griechischen Steuerhinterzieher. Alle anderen leiden. Als erstes müssen die Rentner, Staatsbediensteten, Arbeiter und Angestellten in Griechenland drastische Einkommenseinbußen hinnehmen. Es wird schon von einem möglichen Bürgerkrieg gesprochen. Aber auch in die anderen Länder der Eurozone könnte die griechische Krise ausstrahlen, wenn die Spekulanten erstmal richtig loslegen. Denn auch Portugal wackelt schon.
In der derzeitigen Situation kündigt die SPD an, ihre Unterstützung bei einem Gesetz zur Rettung Griechenlands zu verweigern, wenn die Banken nicht ausreichend an dem Rettungspaket beteiligt werden. Der Gedanke ist nicht ganz abwegig. Vor allem jedoch populär und angesichts der kommenden NRW-Wahlen großes Wahlgepollter. Gerade die nach der Finanzkrise verstaatlichten Banken haben in der deutschen Bankenlandschaft die größten Kredite an Griechenland gewährt, die HRE mit 9 Milliarden und die Commerzbank mit 3 Milliarden. Der Steuerzahler ist am Schluss immer der Dumme.
Nur konsequente Maßnahmen können jetzt helfen: Alle bisherigen Kredite Griechenlands werden durch die Euroländer zu 100% garantiert. Damit würden die Zinsen für Griechenland automatisch fallen, und langfristig könnte sich Griechenland wieder mit Hilfe des IWF auf eigene Beine stellen. Im gleichen Moment führt Griechenland wieder die Drachme ein, so könnte verhindert werden, dass der Euro und andere Länder der Eurozone in den Strudel gezogen werden. Sicher würde dieses Vorgehen die Rückzahlung der Kredite erschweren und vielleicht bleiben die Euroländer aufgrund der Garantien darauf sitzen. Aber lieber einmal tief in die Tasche greifen als Jahrzehnte Euros nach Athen tragen.
Thema: Euro, Griechenland 2010 | Kommentare (0) | Autor: Keynes
Samstag, 20. Februar 2010 11:46
Die amerikanische Notenbank FED erhöhte gestern (19.02.2010) den Diskontsatz von 0,5% auf 0,75%. Damit ist die Zinswende in den USA und auch in der restlichen Welt eingeleutet. Mit dem Diskontsatz werden kurzfristige Kredite, die die Banken bei der Zentralbank im Notfall aufnehmen, verzinst. Die Senkung dieses Zinssatzes ist erstmal ein vorsichtiges Signal. Nichtsdestotrotz ist dies ein Signal an die Märkte, um sich auf steigende Zinsen einzustellen. Die Notenbanker trauen den Banken anscheinend wieder zu, dass sie sich in Notfällen auch gegenseitig ausreichend Geld leihen werden. Weiterhin sehen sie das gleissende Licht am Ende des Tunnels aus Finanz- und Wirtschaftskrise.
Aufgrund dieser Entscheidung ist der Euro unter die Marke von 1,35 Dollar für einen Euro abgesackt. Der Dollar wird nun auf Grund der höher werdenden Zinsen als attraktiver gesehen als der Euro. Doch auch die europäische Zentralbank wird nachziehen müssen, und die Zinsen kontinuierlich nach oben ziehen.
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Thema: Euro, Finanzkrise | Kommentare (0) | Autor: Keynes
Donnerstag, 11. Februar 2010 16:45
Die EU wird für Griechenland „falls notwendig entschlossene und abgestimmte Maßnahmen ergreifen, um die Stabilität in dem gesamten Währungsraum sicherzustellen” (EU-Präsident Herman Van Rompuy, 11.02.2010). Doch es wird erstmal kein direkter finanzieller Beistand z.B. durch Kredite erfolgen. Die zukünftige Unterstützung wird nur bereitgestellt, wenn sich die Griechen an die strikten Sparmaßnahmen halten, die Sie sich jetzt selbst auferlegt haben. Die von diesen Sparmaßnahmen betroffenen Bevölkerungsgruppen wechseln sich täglich mit Ihren Streiks und Protesten ab. Also darf man gespannt sein, ob die griechische Regierung diese Sparmaßnahmen durchziehen und den Kampf gegen die Steuerhinterziehung gewinnen kann.
Grundsätzlich sollte die gerade daraus resultierende Schwäche des Euros insbesondere Deutschland und anderen EU-Länder nicht ungelegen kommen. Denn durch einen schwachen Euro wird die Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer für den Export gestärkt. Im Euroraum produzierte Waren und Dienstleistungen werden z.B. in Asien, USA oder Großbritannien günstiger und verkaufen sich so besser. Ein kleines schwaches Land wie Griechenland kommt da genau richtig, um den Eurokurs zu drücken und das Wachstum der deutschen Exportwirtschaft zu unterstützen.
Thema: Euro, Griechenland 2010 | Kommentare (1) | Autor: Keynes
Donnerstag, 4. Februar 2010 22:50
Griechenland durfte den Euro 2001 aufgrund falscher Angaben einführen. Das Defizit wurde durch Griechenland für 2000 mit 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angegeben. Tatsächlich betrug das Defizit nach heutigen Erkenntnissen für dieses Jahr mindestens 4,1% des BIP und hätte ausgereicht damit Griechenland nicht den Euro bekommt. Die Grenze beträgt immer noch 3%. Vorallem wurden Ausgaben für den Verteidigungshaushalt zu niedrig und Erträge aus den Sozialkassen zu hoch ausgewiesen. Dies war ein billiger Taschenspielertrick, der ausgereicht hat, die EU an der Nase rumzuführen. Auch in den Jahren nach der Euroeinführung wurden die falschen Daten nach Brüssel gemeldet. Den Angaben Griechenlands hat die EU vertraut. Erst 2004 wurde die Falschangabe erkannt und ein Defizitverfahren gegen Griechenland eingeleitet.
Griechenland steht nun vor dem Staatsbankrott und die EU verordnet dem Staat ein striktes Sparprogramm in fast allen Ausgabeblöcken. Dies wird durch regelmäßige Meldungen kontrolliert. Von Sanktionen wird abgesehen. Doch das Defizit muss bis 2012 von zurzeit 13% auf unter 3% gebracht werden. Die Briten wollen übrigens in vier Jahren das Defizit von derzeit 12,6% auf ca. 6% herunterbringen. Es kann also stark bezweifelt werden, dass Griechenland sein vorgegebenes Ziel erreichen wird. Aber vielleicht versetzt die Kontrolle durch die EU Berge.
Thema: Euro, Griechenland 2010 | Kommentare (0) | Autor: Keynes
Dienstag, 2. Februar 2010 11:11
Fieberhaft versuchen Experten eine Lösung für das überschuldete Griechenland zu entwerfen. Dabei sind nur wenige Möglichkeiten wirklich tragbar. Der radikalste wäre wohl Griechenland aus dem Euro rauszukaufen. Griechenland würde von den Euroländern einen bestimmten Betrag erhalten und gleichzeitig aus dem Euro austreten. Damit könnte Griechenland seine eigene Währung abwerten und so Waren günstiger im Ausland verkaufen. Dadurch könnte die Wirtschaft anspringen und die Schulden langfristig zurückgezahlt werden. Dennoch müssten die jetzigen Euro-Schulden mit den dann abgewerteten Drachme (wer erinnert sich noch an die Währung bei den Griechen vor dem Euro?) bezahlt werden. Das könnte zu Problemen führen. Doch grundsätzlich stellt sich die Frage, ob Länder wie Griechenland nicht unbedingt aus dem Euro ausscheiden müssen, da sie nach wirtschaftlichen Aspekten nicht in die Euro-Zone gehören.
Als zweite Lösung könnte eine gemeinsame Anleihe der Euroländer fungieren. Jeder Staat würde für den Ausfall des anderen garantieren. So würde der Zinssatz entsprechend niedrig auch für Griechenland. Für Deutschland würde sich wohl ein höherer Zinssatz ergeben als er jetzt erreichbar ist und damit mehrere Milliarden an zusätzlichen Zinsausgaben bedeuten.
Es bleibt die Gewissheit, dass Griechenland nicht fallengelassen werden kann. Denn das würde zu einem großen Vertrauensverlust in den Euro führen, was auch den soliden Euroländern schaden würde. Insbesondere würde es zu einem Flächenbrand bei den anderen angeschlagenen Euroländern Spanien, Portugal und Italien kommen und diese in den Euro-Abgrund heruntergezogen werden. Aber insgesamt wird der Euro bei den starken Ländern wie Frankreich und Deutschland auch bei diesem Szenario bestand haben.
Thema: Euro, Griechenland 2010 | Kommentare (0) | Autor: admin