Beitrags-Archiv für die Kategory 'Griechenland in der Schuldenkrise'

Euro-Rettungsschirm EFSF: Geldvernichtung Hebel

Montag, 24. Oktober 2011 22:22

Mit dem Euro-Rettungsschirm sollen die Schuldenstaaten wie Griechenland unter die Fittiche der großen, gesunden Staaten. Vielleicht gibt es da auch nicht mehr so viele. Aber Deutschland können wir noch dazu zählen. 211.000.000.000 Euro sind also durch den deutschen Bundestag für diesen Rettungsschirm freigegeben. Deutschland garantiert für diesen Betrag, wenn ein Staat einen Kredit aus dem EFSF nicht zurückzahlen kann. Wenn ein Staat, wie jetzt bspw. bei Griechenland gefordert, 50% des Kredits nicht mehr zurückzahlen kann, würde Deutschland seinen Teil von den 50% tragen. Der Hebel im EFSF soll nun den ganzen Rettungsschirm aufblasen. Schöne Welt. Fabelhafte Geldvermehrung. Nichts da, der Hebel ist eine Geldvernichtung:

Bleiben wir beim Beispiel, wenn 50% eines Kredits über den Jordan gehen. Das Sorgenland G bekommt 200 Milliarden Euro ohne Hebel aus dem EFSF. Nach einem Jahr sagt das Sorgenland G, dass es nur noch 50% zurückzahlen kann. Damit sind 100 Milliarden verloren. 100 Milliarden können noch zurückgezahlt werden. Sorgenland I braucht mehr Geld, und bekommt Dank des Rettungsschirms mit einem Hebel 400 Milliarden. Denn ein Investor ist bereit 50% des Kredits zu gewähren, wenn das Risiko von 50% voll vom EFSF getragen wird. Das ist doch super, dass jetzt viel mehr Geld ausgeliehen werden kann. Toll. Ein halbes Jahr später entschuldigt sich Sorgenland I und kann leider nur 50% zurückzahlen. Sie ahnen es schon: Der Verlust wird in diesem Fall vollständig von den Garantien des EFSF getragen. 200 Milliarden sind weg. Wir konnten mehr ausleihen, ja. Aber der Staat der garantiert, verliert auch mehr. Eine fabelhafte Geldvermehrung gibt es nicht. Das Risiko für Deutschland das garantierte Geld von 211 Milliarden Euro auch zu verlieren, wird bei einem Hebel einfach nur noch höher.

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Wettlauf der Ratingagenturen

Mittwoch, 13. Juli 2011 11:24

Die verschiedenen Herabstufungen der Ratings für Staatsanleihen muten mittlerweile wie ein Wettlauf der Ratingagenturen für mehr Aufmerksamkeit an. Denn letztendlich sind die drei wichtigen Ratingagenturen auch nur Wirtschaftsunternehmen, die im Wettbewerb stehen. Diese wichtigen drei Ratingagenturen sind Standard & Poor’s (gegründet 1868), Moody’s Investors Service (gegründet 1909) und Fitch Ratings (gegründet 1924). Alle diese Ratingagenturen haben Ihren Hauptsitz in New York.

Ein gutes Rating von einer Ratingagentur, welche die Euro-Staaten kritisch bewertet und dadurch ständig in der Presse ist, könnte als besonders wertvoll angesehen werden. Das Irland-Downgrade von gestern ist halt sehr pressewirksam. Die Konkurrenz schläft nicht. Standard & Poors hat erst letzten Monat Griechenland auf Ramschstatus gesetzt und damit einen Presserummel ausgelöst. Der einfache Grund für die Konkurrenzsituation zwischen den Ratingagenturen ist, dass ein Unternehmen eine Ratingagentur für ein Rating beauftragen und noch wichtiger bezahlen muss. Viele Unternehmen wählen aufgrund der Kosten erstmal nur eine Ratingagentur aus. Da das Recht zur Veröffentlichung bei so einem Auftrag bei dem Unternehmen liegt, kann sich das bei einer schlechten Bewertung danach entscheiden, ob es das Rating zur Veröffentlichung frei gibt oder sperrt. Eventuell kann dann eine andere Ratingagentur beauftragt werden, mit der Hoffnung ein besseres Rating zu bekommen, das dann veröffentlicht werden kann.
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Griechenland jetzt auf Ramschstatus CCC

Dienstag, 14. Juni 2011 10:27

Heute hat die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) das Rating der Staatsanleihen von Griechenland noch mal um mehrere Stufen auf CCC gesenkt. Die Ratingabstufungen der Ratingagenturen finden sie hier. Damit werden die griechischen Anleihen als extrem spekulativ und mit substantiellen Risiken bewertet. Das Rating fällt sogar hinter die Einstufung von solchen Staaten wie Pakistan. Der Ruf nach der Beteiligung an der Rettung Griechenlands durch private Anleger insbesondere der Banken wird immer lauter. Doch die privaten Banken haben in den letzten Monaten immer mehr griechische Anleihen verkauft. Den Großteil der Anleihen halten die Europäische Zentralbank sowie staatliche Banken wie die Landesbanken. Damit wäre der Steuerzahler wieder mit im Boot.

S&P hat bereits angekündigt, dass sie so eine Beteiligung der Gläubiger mit der Einstufung D bewerten würden und somit die niedrigste Bewertung nämlich den Zahlungsausfall ansetzen würde. Doch auch eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde den Euro nicht umwerfen und könnte für alle ein schmerzhafter aber notwendiger Neuanfang sein.

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Selbsterfüllende Prophezeiung: Griechenland vor der Währungsreform

Freitag, 27. Mai 2011 10:09

Die griechische Bevölkerung zieht immer mehr Geld aus Ihrem Land ab. Sie fürchten die Währungsreform und damit die Abwertung Ihrer Ersparnisse. Würde nämlich der Drachme eingeführt, würden auf einen Schlag alle Euro-Bankkonten in Griechenland in Drachme umgetauscht. Die anschließende Abwertung der Drachme würde den realen Wert des Ersparten wegschmelzen lassen. Ausländische Bankkonten wären von einer Umwandlung nicht betroffen. Mittlerweile sollen schon mehr als 42 Milliarden Euro von griechischen Bankkonten auf ausländische in ganz Europa transferiert worden sein. 199 Milliarden Euro seien noch auf griechischen Bankkonten vorhanden. Ein weiterer Abzug wäre verhängnisvoll. Auch die EU oder IWF könnten dann nicht das Zusammenbrechen des griechischen Bankensystems und im Folgenden der Finanzen Griechenlands verhindern.

Wenn die Griechen Ihr Geld weiterhin ins Trockene bringen, wird die Währungsreform in Griechenland zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

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Britische Ökonomen: “Euro in fünf Jahren tot”

Sonntag, 6. Juni 2010 17:32

In einer Umfrage des britischen Nachrichtenmagazins Telegraph werfen britische Ökonomen ein kritisches Bild auf den Euro. 12 der 25 befragten Experten geben den Euro in der heutigen Form keine Überlebenschance über die jetzige britische Legislaturperiode von fünf Jahren hinaus. Acht der befragten Ökonomen gaben dem Euro eine sichere Zukunft in der jetzigen Form. Fünf konnten sich nicht entscheiden. Insbesondere werden den momentanen Krisenstaaten wie Griechenland ein Verbleib in der Eurozone abgesprochen. Der Austritt Deutschlands wird jedoch von vier Experten als wahrscheinlicher angesehen.
Nach dem der Wechselkurs Euro zu US-Dollar am letzten Freitag das erste Mal seit vier Jahren unter die 1,20 Marke ist das eine weitere negative Nachricht für die Stabilität des Euros. Damit hat der Euro seit Jahresbeginn ca.16% an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Doch diese Marke von 1,20 wird von vielen Ökonomen als der realistische Wert für den Euro angesehen. Wenn der Umrechnungskurs sich bei dieser Marke einpendeln würde, wäre es sicherlich auch gut für die Exportwirtschaft nicht nur Deutschlands sondern auch der PIIGS-Staaten. Damit könnte die Konjunktur in diesen Ländern schneller und stärker anspringen als gedacht.

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Deutsche Griechenland-Hilfe in trockenen Tüchern

Samstag, 8. Mai 2010 15:11

Am gestrigen Freitag wurde das Gesetz zur Griechenland-Hilfe im Eilschritt durch den Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Noch am abend hat der Bundespräsident Horst Köhler das Gesetz unterzeichnet. Somit konnte nur noch ein Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht die Deutschland-Hilfe stoppen. Diesen Eilantrag haben fünf Wissenschaftler eingereicht, die schon vor der Euroeinführung gegen die Gemeinschaftswährung geklagt haben. Doch das Bundesverfassungsgericht wies den Eilantrag ab, und hat somit den Weg für die 22 Milliarden Hilfe aus Deutschland für die Griechen frei gemacht.

Wieviel Euros dann tatsächlich nach Griechenland fließen werden bleibt ungewieß. Im besten Fall kann es sogar ein Geschäft für Deutschland sein, da höhere Zinsen von Griechenland eingenommen werden als für Kredite vom deutschen Staat gezahlt werden. Wenn Griechenland seine Kredite brav tilgt, könnte dies ein Gewinn für Deutschland bedeuten.

Im schlimmsten Fall kann das Hilfspaket zu einem Fass ohne Boden werden. Jeder Staat der Eurozone ist nämlich mehr oder weniger an der Hilfe beteiligt. Wenn ein Staat nun einen höheren Zins für seine Kredite bezahlen muss als er an Griechenland weitergibt, muss er keine Kredite mehr an Griechenland weiterreichen. Die anderen Staaten müssen dann für den fehlenden Betrag einspringen. Deutschland wäre dann wahrscheinlich einer der letzten in der Reihe, die löhnen müssten.

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Euros nach Athen tragen

Freitag, 30. April 2010 8:55

Hoffen wir, dass es neben dem Sprichwort Eulen nach Athen tragen nicht auch bald das geläufige Sinnbild Euros nach Athen tragen gibt. Es könnte für einen bankrotten Schuldner stehen, dem gutes Geld nachgeworfen wird, obwohl jeder weiß, dass das Geld eigentlich verloren ist. Wahrscheinlich wird es im Fall Griechenland noch viel mehr Geld werden, als jetzt mit 30 Milliarden Euro alleine für Deutschland angesetzt ist. Die einzigen, die sich auf Ihrer Yacht ins Fäustchen lachen, sind die griechischen Steuerhinterzieher. Alle anderen leiden. Als erstes müssen die Rentner, Staatsbediensteten, Arbeiter und Angestellten in Griechenland drastische Einkommenseinbußen hinnehmen. Es wird schon von einem möglichen Bürgerkrieg gesprochen. Aber auch in die anderen Länder der Eurozone könnte die griechische Krise ausstrahlen, wenn die Spekulanten erstmal richtig loslegen. Denn auch Portugal wackelt schon.
In der derzeitigen Situation kündigt die SPD an, ihre Unterstützung bei einem Gesetz zur Rettung Griechenlands zu verweigern, wenn die Banken nicht ausreichend an dem Rettungspaket beteiligt werden. Der Gedanke ist nicht ganz abwegig. Vor allem jedoch populär und angesichts der kommenden NRW-Wahlen großes Wahlgepollter. Gerade die nach der Finanzkrise verstaatlichten Banken haben in der deutschen Bankenlandschaft die größten Kredite an Griechenland gewährt, die HRE mit 9 Milliarden und die Commerzbank mit 3 Milliarden. Der Steuerzahler ist am Schluss immer der Dumme.
Nur konsequente Maßnahmen können jetzt helfen: Alle bisherigen Kredite Griechenlands werden durch die Euroländer zu 100% garantiert. Damit würden die Zinsen für Griechenland automatisch fallen, und langfristig könnte sich Griechenland wieder mit Hilfe des IWF auf eigene Beine stellen. Im gleichen Moment führt Griechenland wieder die Drachme ein, so könnte verhindert werden, dass der Euro und andere Länder der Eurozone in den Strudel gezogen werden. Sicher würde dieses Vorgehen die Rückzahlung der Kredite erschweren und vielleicht bleiben die Euroländer aufgrund der Garantien darauf sitzen. Aber lieber einmal tief in die Tasche greifen als Jahrzehnte Euros nach Athen tragen.

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Griechenland erhöht seine Mehrwertsteuer

Montag, 15. März 2010 18:40

Das Sparprogramm in Griechenland nimmt erste Züge an. Die Mehrwertsteuer steigt mit Wirkung von heute von 19 % auf 21 %. Wichtig wird es jedoch auch sein, dass der griechische Staat erfolgreich bei der Verhinderung von Steuerhinterziehung ist. Denn ein höherer Mehrwertsteuersatz verführt noch mehr zur Schwarzarbeit bzw. zum Arbeiten ohne Rechnung oder Beleg. Diese verdeckten Leistungen sollen laut vielen Medienberichten einen großen Teil der Wirtschaftsleistung ausmachen. Wie bekannt ist, werden auf solche Leistungen natürlich keine Mehrwertsteuer abgeführt.

Das Sparprogramm wurde Anfang März 2010 mit einem geplanten Betrag von 4,8 Milliarden Euro vereinbart. Neben der Erhöhung der Mehrwertsteuer sollen andere Verbrauchssteuern erhöht und die Gehälter im öffentlichen Dienst gekürzt werden. Zurzeit beraten die Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel über die Schuldenkrise.

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Griechenlands Schwäche hilft deutschen Exporten

Donnerstag, 11. Februar 2010 16:45

Die EU wird für Griechenland „falls notwendig entschlossene und abgestimmte Maßnahmen ergreifen, um die Stabilität in dem gesamten Währungsraum sicherzustellen” (EU-Präsident Herman Van Rompuy, 11.02.2010). Doch es wird erstmal kein direkter finanzieller Beistand z.B. durch Kredite erfolgen. Die zukünftige Unterstützung wird nur bereitgestellt, wenn sich die Griechen an die strikten Sparmaßnahmen halten, die Sie sich jetzt selbst auferlegt haben. Die von diesen Sparmaßnahmen betroffenen Bevölkerungsgruppen wechseln sich täglich mit Ihren Streiks und Protesten ab. Also darf man gespannt sein, ob die griechische Regierung diese Sparmaßnahmen durchziehen und den Kampf gegen die Steuerhinterziehung gewinnen kann.

Grundsätzlich sollte die gerade daraus resultierende Schwäche des Euros insbesondere Deutschland und anderen EU-Länder nicht ungelegen kommen. Denn durch einen schwachen Euro wird die Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer für den Export gestärkt. Im Euroraum produzierte Waren und Dienstleistungen werden z.B. in Asien, USA oder Großbritannien günstiger und verkaufen sich so besser. Ein kleines schwaches Land wie Griechenland kommt da genau richtig, um den Eurokurs zu drücken und das Wachstum der deutschen Exportwirtschaft zu unterstützen.

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Griechenland das nächste Lehman?

Sonntag, 7. Februar 2010 16:50

Das neue Problemkind ist Griechenland. Waren nach der Lehman-Pleite vorallem die Banken in den Fokus geraten, kommen jetzt einige Staaten der Euro-Zone in das Visier. Dabei wäre eine Pleite eines der Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland oder Spanien (übrigens bereits PIGGS-Staaten getauft) weit dramatischer als die katastrophale Pleite der Lehman Brothers.
Alleine Griechenland hat fast zweimal so viele Anleihen ausstehen wie die berühmte Bankrott-Bank Lehman Brothers. Eine Pleite dieser Anleihen würde eine Abschreibungsflut bei den europäischen Banken auslösen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt die Kosten einer Hilfe für das hoch in der Kreide stehende Griechenland laut “Le Monde” auf mindestens 20 bis 25 Milliarden Dollar.

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