Beitrags-Archiv für die Kategory 'Griechenland in der Schuldenkrise'

Fall Griechenland: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Donnerstag, 4. Februar 2010 22:50

Griechenland durfte den Euro 2001 aufgrund falscher Angaben einführen. Das Defizit wurde durch Griechenland für 2000 mit 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angegeben. Tatsächlich betrug das Defizit nach heutigen Erkenntnissen für dieses Jahr mindestens 4,1% des BIP und hätte ausgereicht damit Griechenland nicht den Euro bekommt. Die Grenze beträgt immer noch 3%. Vorallem wurden Ausgaben für den Verteidigungshaushalt zu niedrig und Erträge aus den Sozialkassen zu hoch ausgewiesen. Dies war ein billiger Taschenspielertrick, der ausgereicht hat, die EU an der Nase rumzuführen. Auch in den Jahren nach der Euroeinführung wurden die falschen Daten nach Brüssel gemeldet. Den Angaben Griechenlands hat die EU vertraut. Erst 2004 wurde die Falschangabe erkannt und ein Defizitverfahren gegen Griechenland eingeleitet.

Griechenland steht nun vor dem Staatsbankrott und die EU verordnet dem Staat ein striktes Sparprogramm in fast allen Ausgabeblöcken. Dies wird durch regelmäßige Meldungen kontrolliert. Von Sanktionen wird abgesehen. Doch das Defizit muss bis 2012 von zurzeit 13% auf unter 3% gebracht werden. Die Briten wollen übrigens in vier Jahren das Defizit von derzeit 12,6% auf ca. 6% herunterbringen. Es kann also stark bezweifelt werden, dass Griechenland sein vorgegebenes Ziel erreichen wird. Aber vielleicht versetzt die Kontrolle durch die EU Berge.

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Griechenland am Euro-Abgrund

Dienstag, 2. Februar 2010 11:11

Fieberhaft versuchen Experten eine Lösung für das überschuldete Griechenland zu entwerfen. Dabei sind nur wenige Möglichkeiten wirklich tragbar. Der radikalste wäre wohl Griechenland aus dem Euro rauszukaufen. Griechenland würde von den Euroländern einen bestimmten Betrag erhalten und gleichzeitig aus dem Euro austreten. Damit könnte Griechenland seine eigene Währung abwerten und so Waren günstiger im Ausland verkaufen. Dadurch könnte die Wirtschaft anspringen und die Schulden langfristig zurückgezahlt werden. Dennoch müssten die jetzigen Euro-Schulden mit den dann abgewerteten Drachme (wer erinnert sich noch an die Währung bei den Griechen vor dem Euro?) bezahlt werden. Das könnte zu Problemen führen. Doch grundsätzlich stellt sich die Frage, ob Länder wie Griechenland nicht unbedingt aus dem Euro ausscheiden müssen, da sie nach wirtschaftlichen Aspekten nicht in die Euro-Zone gehören.
Als zweite Lösung könnte eine gemeinsame Anleihe der Euroländer fungieren. Jeder Staat würde für den Ausfall des anderen garantieren. So würde der Zinssatz entsprechend niedrig auch für Griechenland. Für Deutschland würde sich wohl ein höherer Zinssatz ergeben als er jetzt erreichbar ist und damit mehrere Milliarden an zusätzlichen Zinsausgaben bedeuten.
Es bleibt die Gewissheit, dass Griechenland nicht fallengelassen werden kann. Denn das würde zu einem großen Vertrauensverlust in den Euro führen, was auch den soliden Euroländern schaden würde. Insbesondere würde es zu einem Flächenbrand bei den anderen angeschlagenen Euroländern Spanien, Portugal und Italien kommen und diese in den Euro-Abgrund heruntergezogen werden. Aber insgesamt wird der Euro bei den starken Ländern wie Frankreich und Deutschland auch bei diesem Szenario bestand haben.

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