Fonds als Geldanlage

Dass die Geldanlage in Fonds mit gewissen Verlustrisiken verbunden ist und dass man einen langen Anlagehorizont zu Grunde legen sollte, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch anders als viele Menschen glauben, sind Investmentfonds noch lange kein Garant für zweistellige Renditen im Depot. Gerade im ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende mussten viele Anleger schmerzlich erkennen, dass die Geldanlage in Fonds gar nicht so einfach ist, wie es vielfach behauptet wurde.

Zwar ist es grundsätzlich richtig, dass man für die erfolgreiche Anlage in Investmentfonds einen gewissen Anlagehorizont mitbringen sollte, allerdings ist es falsch aus der Dauer der Anlage auf die Höhe der Rendite zu schließen. Anders als beim Festgeldkonto gibt es bei Investmentfonds nämlich keine laufenden Erträge. Vielmehr kann es sogar passieren, dass Anleger über Jahre hinweg keine Gewinne erzielen, sondern sogar Verluste erleiden. Also ist dies auf keinen Fall immer eine sichere Vermögensanlage, bei der Sie sich keine Gedanken machen müssten.

Eine weit größere Rolle als die Dauer des Engagements spielt der Einstiegszeitpunkt. Wer beispielsweise im Jahr 2000 in Investmentfonds investierte, der hat bis heute etwa 50 Prozent seines angelegten Kapitals verloren. Wer jedoch im Jahr 2003 in Aktienfonds investierte, kann heute wenigsten geringfügige Gewinn verbuchen. Selbst wenn die Anleger, die im Jahr 2000 investiert haben, ihre Anteile vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verkauft hätten, hätten sie keinen Euro Gewinn gemacht.

Um die Problematik des richtigen Timings auszutricksen, sollte man als Anleger darauf verzichten, den kompletten Anlagebetrag auf einmal in Fonds zu investieren. Stattdessen kann es sich lohnen, in mehreren Tranchen Anteile zu erwerben. Dabei ist es grundsätzlich problematisch, wenn Anteile auf historischen Höchstkursen geordert werden, da das Rückschlagspotential hier am größten ist. Stattdessen sollte man Korrekturen abwarten und antizyklisch Anteile an Fonds erwerben. Denn historisch gesehen lohnt sich der Fondskauf vor allem dann, wenn die Kurse fallen.

Die Rendite bei Fondsinvestments wird aber auch von anderen Kriterien als dem Anlagehorizont und dem Einstiegstiming bestimmt. So spielen beispielsweise auch der Ausgabeaufschlag und die laufenden Kosten eine wichtige Rolle. Beim Handel über die Börse kann der Ausgabeaufschlag komplett eingespart werden, während der Kauf über eine Fondsgesellschaft meist 5 Prozent Agio kostet! Die laufenden Kosten unterscheiden sich ebenfalls stark. Daher kann es sich lohnen, auf passive Fonds zu setzen, deren Verwaltungskosten deutlich geringer sind.

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Datum: Sonntag, 4. Juli 2010 21:14
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